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AdBlocker-Nutzer: Epidemie des Internets

Stopp die Nutzung von AdBlocker
Stopp die Nutzung von AdBlocker

Was in aller Welt machst Du da? Du AdBlocker-Nutzer konterminierst das Internet, machst es krank und wirst es letzten Endes in seiner jetzigen Form vernichten.

Laut Statistiken benutzen täglich mehr als 19 Mio. Internet-Nutzer das Addon AdBlock Plus allein für den Firefox (Quelle: https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/adblock-plus/statistics) und über 10 Mio. das Pendant für Google Chrome (Quelle: https://chrome.google.com/webstore). Nimmt man diese Zahl (29 Mio.) und multipliziert sie z.B. mit dem Durchschnitts-TKP (Tausend-Kontakt-Preis = Preis für 1.000 Bannereinblendungen) von einem High-Traffic-Portal wie z.B. chip.de in Höhe von 78,46 € (Quelle: CHIP_Online_Mediadaten.pdf) wäre allein das ein Schaden von 2,3 Mio. Euro (genau 2.275.340 €). Jeden Tag!!!

Dieses Beispiel ist folgendermaßen zu lesen: Gesetzt den Fall, dass alle AdBlock Plus-Nutzer einmal am Tag chip.de aufrufen würden und mindestens ein Banner mit dem Durchschnitts-TKP eingeblendet wird (eingeblendet… nicht mal geklickt, denn da wär der Schaden um einiges höher).

Selbstverständlich besuchen niemals alle Nutzer von AdBlock Plus an einem Tag chip.de. Dem gegenüber steht jedoch:

  • Viele Webseiten haben weit mehr als nur einen Banner eingebunden.
  • Adblock Plus-Nutzer rufen mehr als eine Website am Tag auf.
  • Es gibt auch noch andere AdBlocker, deren Nutzer sind in dem Beispiel gar nicht berücksichtig.
  • AdBlock Plus gibt es auch noch für weitere Browser.
  • Banner werden ja auch geklickt, es finden Aktionen statt (z.B Kaufprozesse). Diese Art von Folgeschäden sind ebenfalls nicht berücksichtigt.

Leider konnte ich bei meinen Recherchen keine aktuellen Zahlen für Schäden, die durch die Benutzung von AdBlockern entstehen, finden. Wer hier Quellen hat, möge mir bitte bescheid geben. Würde mich brennend interessieren.

Unvorstellbarer Schaden im ganzen WorldWideWeb

Du siehst also was Du und deinesgleichen jeden Tag für einen Schaden anrichten. Und das dreisteste an der Sache ist: Die Eyeo GmbH, das Unternehmen hinter AdBlock Plus, sahnt dabei ordentlich ab. Laut einem Bericht von t3n vom 03.02.2014

…soll die deutsche Betreiberfirma des Werbeblockers 25 Millionen US-Dollar von Google erhalten haben.

Darüber hinaus haben deutsche Werbefirmen bereits eine Klage gegen Werbeblocker eingereicht. Richtig so!

Ich übertrage solche Dinge immer gern ins reale Leben: Firmen bezahlen teures Geld um Plakatwerbeflächen in der Stadt anzumieten und mit ihren Plakaten bekleben zu dürfen. Eine andere Firma engagiert Menschen, die diese Plakate wieder abnehmen und geht anschließend zu den Vermarktern der Werbefläche und sagt: „Wenn ihr mir Betrag XY zahlt, lasse ich meine Mitarbeiter die Plakate wieder anbringen“. Das grenzt meiner Meinung nach schon an Erpressung.

Werbetreibende bemühen sich um attraktivere Werbung

Ich bin mir sicher Du bist dir dessen gar nicht bewusst und wolltest nur Deine Ruhe vor diesen nervigen Werbebannern haben. Dazu sage ich: Du hast vollkommen recht. Schlechte und billige Werbung nervt. Jedoch versuchen seriöse Werbetreibende Werbung attraktiver und relevanter zu gestalten. Dabei nutzen Sie mittel, die von den Medien überwiegend schlecht gemacht werden, da diese (wie so oft) überwiegend nur die Missbrauchsfälle schildern. Jedoch ist bei seriösen Vermarktern das Gegenteil der Fall. Hier einige Beispiele, wie man negativ belastete Techniken zum Wohle des Konsumenten einsetzt:

  • Native Advertising: Eine relative junge Werbeform, die es sich zum Ziel macht sich so gut es geht in das Trägermedium zu integrieren.
    Bsp.: Ein Werbebanner ist so gestaltet, das er aussieht wie Content der entsprechenden Seite. (Selbstverständlich muss der Banner als Werbung gekennzeichnet sein)
  • Tracking: Wird hauptsächlich dazu verwendet um zu messen ob und welcher Banner eingeblendet wurde, wie oft er eingeblendet wurde und wie oft er geklickt wurde. Es gibt noch viele andere Tracking-Parameter, diese lasse ich jetzt aber mal außen vor.
  • Cookies: Helfen hauptsächlich dem Tracking-Tool bei der Identifikation des Benutzers, sowie der dauerhaften Speicherung von Daten in Textform (z.B. Welchen Banner hat der Benutzer wann gesehen).
  • Fingerprinting: Alternativtechnik zu Cookies. Hierbei wird ein Benutzerprofil anhand der Rechnerkonfiguration, sowie diversen anderen zur Verfügung stehenden Benutzerdaten angelegt. Die Erfolgsquote einen Benutzer einzig und allein durch Fingerprinting wieder zu erkennen, liegt bei guten Anbietern derzeit bereits bei über 95%.

Verzichte auf Werbeblocker – unterstütze die Seitenbetreiber

Die Werbevermarkter und Werbetreibenden haben vor allem den Wunsch dem richtigen Besucher zur richtigen Zeit das richtige Angebot zu unterbreiten. Leider gelingt ihnen das noch nicht so ganz. Sei daher bitte nachsichtig, deaktivier Deinen AdBlocker oder richte zumindest eine Ausnahmeregel für die Seiten ein, die Du gerne besuchst. Gib den Seitenbetreibern die Möglichkeit sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, andernfalls werden diese Menschen ihre Dienste einstellen oder kostenpflichtig anbieten müssen. Das Internet wäre nicht mehr dasselbe. So eine Werbeeinblendung zu akzeptieren ist meiner Meinung nach ein sehr geringer Preis für die oftmals großen Aufwände und Mühen der Seitenbetreiber.

Versuch Werbung doch einmal nicht als „Störenfried“ zu betrachten. Denn das was wir als „störend“ betrachten ist nicht Werbung an sich, sondern Werbung die im Moment des Konsums fehl am Platz ist. Über gute Werbung echauffiert sich keiner, da ist man nämlich viel zu sehr damit beschäftigt sich über das Schnäppchen zu freuen, das man gerade (dank eines gut geschalteten Werbebanners) ergattert hat.

Mein Tipp: Betrachte die Werbung auf einer Seite doch mal als Indikator. Meist findet man schlechte Werbung in schlechten Umfeldern. Ich persönlich kann auf solche Seiten dann auch verzichten und spare mir meine wertvolle Zeit, anstatt sie mit einem Besuch auf so einer Website zu verbringen.

Wie siehst Du das? Benutzt Du AdBlocker und warum? Ich würde gerne ein paar Meinungen von AdBlock-Verfechtern hören.

Update (17.11.2014): Auch die t3n hat sich im Rahmen der DMEXCO 2014 mit dem Thema befasst und einen ausführlichen Artikel mit dem Titel Das AdBlock-Dilemma dazu veröffentlicht.

(Foto: wonderferret / Flickr | Lizenz: CC BY 2.0 )

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